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Bücher schreiben kann jeder

Sie kennen das? Sie haben einen langweiligen und schlecht bezahlten Beruf und würden gerne ohne viel Aufwand etwas dazuverdienen? Dafür habe ich den ultimativen Geheimtip: Schreiben Sie einfach ein Buch über Ihren Beruf! Die großen Verlage veröffentlichen im Moment nämlich wirklich jeden Scheiß in dieser Richtung.

Die einzige Bedingung für die Annahme des Manuskripts scheint zu sein, dass ein „originelles“ Zitat aus dem Berufsalltag als Titel eingesetzt wird. Dabei kommen dann so „witzige“ Bestseller heraus wie:

  • „Nee, das war noch gelb! Wahre Geschichten aus dem Alltag eines Polizisten“ (Markus Kothen, Sebastian Thiel)
  • „Zur Not kann die Kiste auch segeln: Ein Flugkapitän erzählt“ (Cornelius Maschmann)
  • „Schantall, tu ma die Omma winken! Aus dem Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters“ (Kai Twilfer)
  • „Spritzenmäßig: Kurioses, Krasses und Komisches aus der Notaufnahme“ (Anna Tarneke)
  • „Die Pfanne brät nicht! Eine Kassiererin rechnet ab“ (Alice Diestel)
  • „Schutzkleidung is nich! Unter Bauarbeitern“ (Nicholas Grünke)
  • „Dann press doch selber, Frau Dokta! Aus dem Klinik-Alltag einer furchtlosen Frauenärztin“ („Dr. Josephine Chaos“)
  • „Ohne Gurt kostet 50 extra! Die schrägsten Taxigeschichten“ (Cordula Weidenbach)
  • „Drücken Sie bitte die Eins: Willkommen in der Servicehölle“ (Klaus Ungerer, Susanne Berkenheger)
  • „Haben Sie diese Pille auch in grün? Risiken und Nebenwirkungen einer Apothekerin“ („Pharmama“)
  • „Babyrotz & Elternschiss: Aus der Sprechstunde eines Kinderarztes“ („Dr. med. Kinderdok“)
  • „Von Windeln verweht: Aus dem Leben einer Hebamme“ (Esther Howoldt)

Wie man sieht, ist dies einigen Autoren immerhin so peinlich, dass sie ihren richtigen Namen nicht nennen wollen. Aber ich habe noch gar nicht erwähnt, wie viel Profit sich daraus schlagen lässt, ein solches Buch als Lehrer zu schreiben:

  • „Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers“ (Philipp Möller)
  • „Schab nix gemacht! Geschichten aus der Hauptschule“ (Kai Lange)
  • „Zu Hause ist Kevin ganz anders: Eltern und andere Tiefpunkte aus dem Alltag einer Lehrerin“ („Wilma Pause“)
  • „Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin“ („Frau Freitag“)
  • „Manchmal schauen Sie so aggro: Geschichten aus dem Schulalltag – eine Lehrerin erzählt“ (Hildegard Monheim)

Und der Preis für den mit Abstand schlechtesten und bemühtesten Titel geht an:

  • „Nein, Torben-Jasper, du hast keinen Telefonjoker! Referendare erzählen vom täglichen Klassen-Kampf“ (Thorsten Wiese)

Hat man jedoch keinen so „spannenden“ Beruf wie Bauarbeiter oder Kassiererin, ist dies kein Hindernis, denn es reicht sogar, wenn die Eltern einen solchen haben:

  • „Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof“ (Bastian Bielendorfer)

Und davon gibt es sogar zwei Teile! Falls es für Sie als angehenden Autor jetzt immer noch Startschwierigkeiten geben sollte, habe ich hier noch ein paar Anregungen für Bücher, die in dieser Reihe noch „fehlen“:

  • „Ihr Antrag wurde nicht bewilligt! Der tägliche Wahnsinn auf dem Finanzamt“
  • „Normalerweise macht der das nicht! Spannendes aus dem Hundefriseursalon“
  • „In einer ist auch Hirn drin! Aus dem Leben eines unerschrockenen Metzgers“
  • „Ups, da hab ich wohl eine Null vergessen! Kuriositäten unter Atomphysikern“
  • „Die 3 und eine rote Pall Mall! Ein Tankstellenverkäufer plaudert aus dem Nähkästchen“
  • „Die vierzig Euro kannst du dir in den Arsch schieben! Crazy Geschichten von Fahrkartenkontrolleuren“
  • „Verpiss dich, du Penner! Was wir Staubsaugervertreter so Interessantes erleben“
  • „Marke wird nicht akzeptiert! Ein Pfandautomatenausleerer packt aus“
  • „Rate mal, für welchen Scheiß mir RTL tatsächlich Geld bezahlt! Mein Leben als Kind eines Comedians“

Die Verlage werden sich darum reißen!

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