The Bosshoss

Zu den lächerlichsten Aussagen, die man überhaupt in deutscher Sprache tätigen kann, gehört: „Manchmal höre ich auch gerne Country wie The Bosshoss.“ Diese Variante des Satzes rangiert sogar noch weiter unten als diejenige mit Gunter Gabriel am Ende. Das Bandkonzept ist erstaunlich (?) simpel: Da geben sich ein paar Typen, die so aussehen als gehörten sie zum örtlichen Social-Distortion-Fanclub, allen Ernstes Künstlernamen wie „Boss Burns“ oder „Hoss Power“ und spielen dann wirklich wirklich furchtbare Lieder, die zum musikalischen Bodensatz des Dudelfunks gehören, als überflüssige „Country“-Versionen nach. Garniert wird das Ganze mit noch überflüssigeren eigenen Lagerfeuerromantikliedern.

Mal ehrlich: Songs wie „All the Things She Said“, „Hot in Herre [sic]“, „Drop It Like It’s Hot“ oder „Last Christmas“ (!) will man schon im Original nicht hören. So wie man über eine ironische (das Zauberwort!) Coverversion eines David-Hasselhoff-Songs höchstens ein Mal lachen und auf eine Wiederholung gerne verzichten würde. Letztendlich klingen die neuen Singles von The Bosshoss noch nicht einmal mehr nach Country, sondern nach der Grütze, mit der sich offenbar mehr Geld verdienen lässt als mit belangloser LKW-Fahrer-Musik, die ein Gefühl von Feierabendverkehr am Kamener Kreuz ins eigene Wohnzimmer transportiert.

Zu den bereits erwähnten Mängeln gesellt sich außerdem noch der lächerliche öffentliche Auftritt der Band als Vollproleten in Feinrippunterhemden, die all den Klischees entsprechen, die intelligente Künstler in dieser Situation zu brechen versuchen würden. Immerhin haben es „Boss Burns“ und „Hoss Power“ (in den entsprechenden Wikipedia-Artikeln stehen ernsthaft Formulierungen wie „Powers Tochter“ oder „Burns hat einen Sohn“) mit der Masche weit gebracht, da sie in die Jury von „The Voice of Germany“ rücken durften, als keine richtigen Prominenten mehr verfügbar waren. Es sind tatsächlich beide als „Coaches“ dabei – betrachtet man die Plattencover der Band, bekommt man den Eindruck, dass sie sich ohnehin für die einzig wichtigen Mitglieder halten. Geschenkt ist da die Bemerkung, dass das Gesangs-„Talent“ der Gesangs-Coaches von The Bosshoss weit unter Null liegt, und zwar in Kelvin.

Alles in allem demonstriert die Brokeback-Mountain-Gruppe wunderbar, wie es selbst eine durchschnittliche Stadtfest-Coverband zu Erfolg bringen kann, wenn sie ein großes Label mit entsprechender Promotion im Rücken hat.

Fun Fact: Teile der Band produzieren in ihrer Freizeit auch gerne Werbejingles für „Firmen wie McDonald’s, BMW oder Tchibo“ (Wikipedia).

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Fernsehen, Musik

2 Antworten zu “The Bosshoss

  1. Katharina Bremer

    Du hurensohn !!! Was laberst du für eine scheiße ganz ehrlich guck dich mal an verpiss dich ausm leben und kass bosshoss in ruhe !! Hast du nix anderes zu tun !! Penner hab mal ahnung von musik adio !!!! :O:O

  2. Klasse Artikel, sehr viel wahre Worte.

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