Monatsarchiv: August 2013

Tri tra trullala

Wer ist wieder da? Casperle! Der Mann, der nach Cro und Oli P. die poppigste Rapmusik in Deutschland macht, bringt demnächst den „lang ersehnten“ Nachfolger seines Nummer-Eins-Albums „XOXO“ heraus. Selbstverständlich reißen sich sofort alle Dudelfunksender um die Vorab-Single, weshalb ebenso selbstverständlich meine Meinung gefragt ist.

Zunächst einmal scheint sich der Mädchenschwarm und Wahl-Berliner das ehrgeizige Ziel gesetzt zu haben, das hässlichste Albencover des Jahres auf den Markt zu bringen, und dabei ausnahmsweise durchaus gute Arbeit geleistet:

hinterlader

Da das Cover so aufgemacht ist, dass der Betrachter denken soll, es stecke eine tiefere Bedeutung dahinter, will ich nach anfänglichem Lachen auch eine passende Interpretation des Gezeigten mitliefern: Wenn man die Musik von Casper hört, oszilliert der eigene Gesichtsausdruck zwischen den beiden auf dem Bild gezeigten Zuständen.

Auch das neue Video „Im Ascheregen“ wurde so produziert, dass sich die Hauptzielgruppe (Jugendliche im Übergang vom Emo zum Hipster, die der Coolness wegen auch Rap und Elektro hören, wenn auch jeweils die weichgespülteste Variante) denkt, sie sehe gerade etwas voll tiefgründiges Künstlerisches:

Was soll man dazu sagen: „Im Aschenbecher“ klingt wie eine Mischung aus Safri Duo und dem Gesang von Dieter Bohlen bei Blue System. Dazu hopst ein gesichtsbehaarter tätowierter Vogel im Wald herum und gestikuliert in die Kamera, als müsste er den Text simultan in Gebärdensprache übersetzen, und zwar für eine in 50 Metern Entfernung stehende Person. Der Text an sich fällt zwar nicht gerade durch sinnvolle und verständliche Aussagen auf, lässt sich bei Bedarf jedoch gut in kleinste Bestandteile zerlegen und per iPhone an Twitter schicken, um sich mit rebellisch klingenden Zeilen in einem gewissen Indie-Glanz zu sonnen. Hey! Hey! Hey! Hey! Der herbste Rückschlag ist allerdings, dass Casper es sich nicht nehmen lässt, die altbekannte Heizöl-Benzin-Zeile von Slime in seinen Text zu integrieren, wobei ich nicht ausschließen würde, dass er sie für eine Kettcar-Zeile („48 Stunden“) gehalten haben könnte. Da würde ich mein Radio auch am liebsten untergehen lassen.

Die Video-Darsteller in den weißen Nachthemden kamen sich hoffentlich bei den Dreharbeiten genau so albern vor, wie es im Endeffekt wirkt: „Für 50 Euro muss ich in diesem dämlichen Aufzug im Tümpel stehen, die Hände nach oben strecken und dabei versuchen, nicht zu lachen. Aber in der fertig geschnittenen Fassung wird das Ganze bestimmt irgendwie seinen Sinn haben!“ – Leider nein! Das Feuilleton der Kommentarschreiber ist sich allerdings jetzt schon einig: „Casper ist die Perfektion in Person. Wahnsinn!♥“ – „hamma geil !! <3“ – „einfach nur liebe.“ – „Ich freu mich so aufs Album ahhhhh <3 so toll Caaaaas *o*“ – „Ein Drittel Heizöl, 2 Drittel Benzin – ist das nicht aus ’nem Betontod Text? :))“ – „Casper is Gott!“ – „Am 27.9.2013 wird sich uns eine neue Ära der Musik erwarten.“

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