Bad Religion – True North (2013)

Wenn ich daran zurückdenke, was für Bands ich mit 14 regelmäßig gehört habe, dann stelle ich fest, dass mich die meisten davon heute nur noch am Rande interessieren. Die große Ausnahme sind die guten alten Bad Religion, die mich gerade wegen ihrer typischen Melodien über all die Jahre hinweg immer wieder begeistern konnten. Vor gar nicht langer Zeit war es dann mal wieder soweit, und bei ihrem Stammlabel Epitaph erschien das sechzehnte Studioalbum „True North“. Hurra! Angekündigt wurde die Platte vielversprechenderweise unter dem Motto „back to the roots“ (jedenfalls sinngemäß), und als dann noch der Name „No Control“ (1989) als Referenz fiel, wurde ich sehr hellhörig, zumal die letzte Platte so viel langsames Füllmaterial enthielt, dass ich es sogar (für BR-Verhältnisse) als mittelmäßig bezeichnen würde.

Zum Glück erfüllten sich Teile der Versprechungen, denn „True North“ ist tatsächlich das kürzeste, schnellste und kreativste Bad-Religion-Album seit langem geworden! 16 Songs in 36 Minuten sind in diesem Genre ja durchaus ein Qualitätsmerkmal, und besonders gut gefällt mir, dass das Tempo bis auf einen Durchhänger weit oben gehalten wird, ohne dass der Band dabei irgendwo die Ideen ausgehen würden. Natürlich wäre es für eine 33 Jahre alte Band albern, auf Teufel komm raus ein zweites „No Control“ aufnehmen zu wollen; stattdessen gibt es den klassischen Bad-Religion-Sound hier in einer zeitgemäßen, frischen Version, ohne dass er sich anbiedert.

Los geht die LP direkt mit dem Titeltrack, der natürlich ein Ohrwurm ist und in zwei Strophen und zwei Refrains alles auf den Punkt bringt. Genau das habe ich schon immer an dieser Band geschätzt! Auch die nächsten Songs gehen in hohem Tempo weiter; „Past Is Dead“ kann sogar mit einer originellen Adolescents-Anspielung im Intro punkten. „Robin Hood in Reverse“ zitiert sogar Sham 69, haha. Gegen Ende zitieren sie sich bei „The Island“ dann auch noch selbst (da klingt eindeutig „When?“ von der 1988er „Suffer“-LP durch), aber immer so gewitzt, dass es nicht dreist oder plump erscheint. Ich kann jedem nur empfehlen, sich diese Platte mal anzuhören, selbst wenn man Bad Religion schon seit langem abgeschrieben hat, denn Songs wie „Land of Endless Greed“, „In Their Hearts Is Right“ oder „My Head Is Full of Ghosts“ haben in diesem Sinne fast schon etwas Revitalisierendes an sich. Gerne füge ich in meiner Euphorie auch noch hinzu, dass zum ersten Mal sogar Mr. Brett einen Song singen durfte. Dieses Lied, „Dharma and the Bomb“, klingt mit seinem sonnigen Riff auch noch irgendwie nach Surf-Punk.

Das Fazit ist klar: Eindeutig ist hier ein Jahrtausendmeisterwerk abgeliefert worden, das man gerne in eine Reihe mit den Klassikern der frühen 90er einsortieren kann, sofern man nicht aus Prinzip alle Bad-Religion-Platten nach 1994 (alternativ 1990) scheiße finden will. Und das meine ich sogar auch ohne meinen plumpen Übertriebene-Euphorie-Modus so. Mal sehen, ob sie immer noch so schnell unterwegs sein werden, wenn ich selber mal so alt bin wie die Bandmitglieder jetzt, haha.

Überzeugen Sie sich selbst (mit Proxy):

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