The Offspring

„Ist das noch Punkrock?“ Nicht, dass sich diese Frage bei einer Band wie The Offspring nicht sowieso schon seit langem erübrigen würde, aber dank Metal Hammer kann man nun einen weiteren Minuspunkt für die Ex-Punkband aus Orange County verbuchen: Die Band scheint so eitel geworden zu sein, dass sie ihr Management offenbar dazu angehalten hat, Konzertfotografen Knebelverträge aufzuzwingen. Denen zufolge hätte ein jeder Fotograf nicht nur sämtliche Fotos vom Management abnicken lassen, sondern sich auch an mehrere weitere Einschränkungen halten müssen.

Das fügt sich gut in den Rest der Bandgeschichte ein, die ich hierzu einemal kurz rekapitulieren möchte: Mitte der 80er Jahre angeblich nach einem Social-Distortion-Konzert gegründet, sprangen The Offspring Anfang der 90er auf den melodischen Punkrock-Zug auf, den Bad Religion 1988 mit „Suffer“ gestartet hatten, und schafften es damit dann auch zu Epitaph Records, wo diese Stilrichtung damals ihr festes Zuhause hatte (Stichwort „Uffta-Uffta“). Nachdem ihre 1994er Platte „Smash“ ein Überraschungserfolg wurde (und bis heute das meistverkaufte Album eines Indie-Labels aller Zeiten ist), kehrten sie ihren alten Freunden aber den Rücken zu und versuchten ihr Glück bei einem Major-Label. Mit dem Plan, sich am Radiogeschmack anzubiedern, wurden sie noch erfolgreicher, weil alberne Popsongs wie „Pretty Fly (For a White Guy)“, „Hit That“ oder das von den Beatles „inspirierte“ „Why Don’t You Get a Job?“ über MTV und ähnliche Medien direkt in die Herzen „rebellischer“ Teenager gingen. Die Musik wurde also immer seichter und glatter, und während sich Punkrock-Hörer zügig abwendeten, konnte die Band nun Rekordumsätze mit T-Shirts und Aufnähern erzielen, für die (grob geschätzt) Millionen halbwüchsiger Skater ihr Taschengeld ausgaben.

Nun sind The Offspring seit Anfang des Jahrtausends so langsam aus dem Rampenlicht entrückt, wie die früheren Fans aus ihrem Skate-Alter; dafür sind letztere aber mittlerweile berufstätig, und somit die idealen Besucher für ein nostalgisches Konzert einer gealterten Rockband, dessen Eintrittskarten knapp 40 Euro kosten. Da kann man sich dann natürlich auch benehmen wie Rockstars, und jeden Rotz vorher vom Management autorisieren lassen. Um damit dann noch die am Anfang gestellte Frage zu beantworten: „Ich glaube nicht!“ (Und ich zitiere aus Altersgründen eigentlich nur extrem selten Die Ärzte!)

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