Monatsarchiv: März 2012

Shopping I

Ich habe mal gehört, dass Blogs sehr beliebt seien, in denen irgendwelche Mädchen präsentieren, was sie als letztes gekauft haben. Da auch ich mein Weblog beliebter machen will, habe ich dieses Element nun auch übernommen. Ich bin einkaufen, äh, „shoppen“ gewesen, und habe folgende Produkte gesehen, die ich unbedingt haben musste! Sind sie nicht einfach sweet und krass und urst? <3

„Durchfall Tee“ [sic]

„Durchfall Tee“! Für alle, denen „Kräuter Tee“ zu sehr nach Kräutern schmeckt.

„Party Schmalz“ [sic]

Habt ihr Lust auf ’ne Party?

Hopfen und Malz

Ich dachte immer, eine „Heideverführung® Hopfen & Malz“ könne man nur in Flaschen kaufen. So wie „Küpper’s“, oder für die Düsseldorfer „Diebel’s“.

Drei Produkte

Hier war man sich in der Design-Abteilung wohl nicht darüber einig, wie man Komposita mit „Bad“ richtig schreibt, und hat einfach alle Möglichkeiten durchprobiert.

Bis zum nächsten Mal, XOXO, Eure Roulade.

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Eingeordnet unter Richtiges Leben

Sven Regener

Sven Regener steht anscheinend nicht auf Natursektspiele. Er ist wütend darüber, dass es immer mehr Menschen in Deutschland gibt, die sich nicht mehr alles von Großkonzernen diktieren lassen wollen. Beispielsweise das, was diese unter sogenanntem „geistigem Eigentum“ verstehen und was eine mächtige Lobby jedem von klein auf durch die Medien einimpft. Sven Regener, der von vielen Leuten geschätzt wird, die sich als „alternativ“ bezeichnen würden, hat in Wirklichkeit ein Verständnis von Musik, wie man es auch von Leuten wie Ralph Siegel kennt: Musiker ist ein Beruf, und ein Beruf ist nur zum Geldverdienen da. Doch durch dieses Internet da bekommen wir weniger Geld, und darüber sind wir sauer. Erstaunlich, dass sogar jemand wie Dieter Bohlen eine vernünftigere Einstellung zum Thema hat als Sven Regener, der ja bislang teilweise als sympathisch galt.

Es hat natürlich auch mich überrascht, so etwas von ihm zu hören. Daher drängte es mich danach, einige Behauptungen, die auf der oben verlinkten Seite nachzulesen sind, richtigzustellen:

  • „Es wird so getan, als ob wir Kunst machen als Hobby.“ Es mag sein, dass Sven Regener seine Musik als Business ansieht, aber schätzungsweise 95 % aller Bands, die es in Deutschland gibt, betreiben das Musikmachen tatsächlich als Hobby. Und zwar nicht um damit finanziellen Gewinn zu machen, sondern um sich kreativ auszuleben, aus Liebe zur Musik. Und sie geben Geld für Proberäume und Studioaufnahmen aus, weil es ihnen Spaß macht, anderen Leuten die Musik zu zeigen.
  • „Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben […]“ Ich glaube nicht, dass eine Band auf die Idee kommt, eine CD von Element of Crime nachzupressen und ihren eigenen Bandnamen auf das Cover zu drucken. Wer ein Werk geschaffen hat, wird für gewöhnlich auch anerkannt, und das hat ergibt sich allein schon aus Höflichkeit und Fairness. Muss man dafür Gerichte bemühen? Das ist wirklich uncool.
  • „Zu glauben, irgendwann käme das Sozialamt um die Ecke und würde die Bezahlung der Künstler übernehmen und dabei würde noch gescheiter Rock’n’Roll rauskommen – das kann man knicken.“ Jetzt reicht es mit dem Schwachsinn! Eine kleine Nachhilfe: So ziemlich jede musikalische Innovation der letzten 30 Jahre ist aus Subkulturen erwachsen. Hätte es Anfang der 80er zum Beispiel keine Hardcore-Punk-Szene gegeben, dann wäre auch kein Indie-Rock, kein Grunge, kein Crossover oder überhaupt das meiste, das man heutzutage an „Rock’n’Roll“ hören kann, so entstanden, wie man es kennt. Es hätte sich kaum jemand getraut, etwas Eigenes zu machen, solange es nur verhältnismäßig wenige interessiert. Und in dieser Punk-Szene war es der Idealismus, der zählte, und die Leidenschaft, seine Musik unter die Leute zu bringen. DIY bedeutet eigentlich nichts anderes als eine antikommerzielle Grundeinstellung. Für die Bands wäre es damals eine Offenbarung gewesen, wenn man eine Plattform wie das Internet gehabt hätte, auf der man die eigene Musik kostenlos an alle Interessierten verteilen und damit auch seine Bekanntheit steigern kann. Die Dead Kennedys brachten ihre EP „In God We Trust, Inc.“ auf einer Kassette heraus, auf der die B-Seite unbespielt war. Darauf war gedruckt: „Home taping is killing record industry profits! We left this side blank so you can help.“* Trotzdem und gerade deswegen waren die Dead Kennedys eine der prägendsten Bands im Rock’n’Roll (und ich nenne das „gescheiten“ Rock’n’Roll). Niemand hat sie bezahlt! Und die Bands, die heute am meisten darüber rumheulen, dass sie sich als „Künstler“ nicht angemessen bezahlt fühlen, bringen meistens die beschissenste Musik heraus, auf die sich in 30 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit keine Nachwuchsband mehr berufen wird.

Was aber genau so schlimm ist wie Sven Regeners Gelaber, ist der Kommentarbereich bei Spiegel Online, in dem sich wie immer der Bodensatz der deutschsprachigen Internetdebattierer trifft. Auf so viel unreflektierten Konformismus stößt man sonst nur in der Wirtschaftsfakultät einer Universität, oder natürlich bei den Juristen (denn die Klugscheißer von Spiegel Online sehen die aktuelle Gesetzeslage offenbar als gottgegeben an und „argumentieren“ auch dementsprechend ohne Kritikfähigkeit). Ich habe mich, obwohl ich es eigentlich längst besser wissen müsste, angeekelt durch 13 Seiten Kommentare gelesen, und bin dabei pausenlos auf ein unfassbar naives und ökonomisches Verständnis von „Kunst“ gestoßen.

Demnach habe Kunst nichts mit Kreativität zu tun, sondern sei in erster Linie ein handwerklicher Beruf wie jeder andere, und müsse daher auch nach Tarif entlohnt werden. Kunst sei ja auch Arbeit (obwohl man doch schon in der Antike wusste, dass zur künstlerischen Betätigung eher Muße gehört), und es wird allen Ernstes das Erlernen eines Musikinstruments, was Millionen von Jugendlichen freiwillig rein zum Spaß tun, mit Arbeitszeit gleichgestellt. Jemand fragte berechtigterweise, wo denn heutzutage bloß die Künstler seien, die Kunst um der Kunst willen machen. Die zu erwartende „lustige“ Antwort, die bei jeder Wiederholung noch lustiger wurde: „Die sind verhungert!“ Ho ho ho. Falsch! Sie haben verdammt noch mal einen normalen Beruf und nehmen dafür ihr Hobby ernst! Wenigstens ein Kommentator hat die Qualität seiner eigenen Beiträge eingesehen und schrieb: „Peinlich, peinlich.“ Noch peinlicher wäre es höchstens, wenn jemand jetzt alle Alben von Element of Crime (mit gescheitem Rock’n’Roll) aus Protest kaufen würde, nur um es diesem kommunistischen Gutmenschenpack namens Piratenpartei einmal richtig zu zeigen. Aber bei Spiegel Online dürfte es niemanden mehr wundern, dass ein Kommentator dies tatsächlich geschrieben hat.

Und die Moral von der Geschicht: Wenn man für seine Kunst kein Geld bekommt, dann könnte es vielleicht auch daran liegen, dass die Kunst scheiße ist (siehe evtl. Element of Crime)! Und es gilt weiterhin, was für Menschen mit rationalem Weltbild eigentlich schon immer galt: Wer einen kreativen Drang in sich verspürt, der wird ihn auch ausleben, völlig unabhängig davon, ob es dafür Geld gibt. Wenn man eine Familie ernähren will, dann sucht man sich gefälligst richtige Arbeit, so wie es Millionen anderer Künstler tun, in denen hundertmal mehr Kreativität steckt als in den beschwerdeführenden „Künstlern“ wie Silbermond et al.

Das lustigste Argument ist natürlich so vorhersehbar wie falsch: „Sie würden so etwas nicht schreiben, wenn Sie selbst Künstler wären!“ (Und es kann eigentlich nur von Leuten kommen, die entweder selbst im Glashaus sitzen oder ein besonders reaktionäres Verständnis von Kunst haben). Aber jetzt kommt’s: Ich als Künstler (haha) verdiene mein Geld ganz herkömmlich und sehe Kunst selbstverständlich als Hobby. Und wenn mich niemand dafür bezahlen will, dann heule ich nicht beim Gesetzgeber darüber herum und will eine Bezahlung erzwingen, sondern halte verdammt noch mal die Fresse und überlege mir, warum das niemand will. Wenn ich gerne Fußball spiele, kündige ich auch nicht meinen Beruf und beschwere mich dann darüber, dass mich niemand fürs Spielen bezahlen will! Ich freue mich lieber über jeden neu dazugewonnenen Fan, der die eigene Kunst ehrlich zu schätzen weiß. Aber Sven Regener hat wohl schon längst vergessen, wie das war, als man bei einem neuen Fan noch nicht sofort dessen Kaufkraft gesehen hat. Insofern sagt sein Gemecker viel mehr darüber aus, wie sehr er Fans schätzt, als wie sehr seine Fans ihn und seine Musik schätzen.

NB: Wer jetzt denkt, ich wäre der Ansicht, man solle Musikern keine Gegenleistung bieten, der sollte noch einmal von vorne anfangen zu lesen.

* „Home taping is killing music“ hieß in den 80er Jahren die Trotzkampagne der damaligen Sven Regeners.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Internet, Musik

Slime

Nun sind ja schon seit geraumer Zeit die Deutschpunk-Legenden von Slime, die uns Nietenlederjacken tragenden, Karlsquell oder Oettinger trinkenden Punx von der Straße zahlreiche Hits wie „Deutschland muss streben“, „Polizei SA/SS“ oder „Bullenschweine“ gebracht haben, mit ihren Reunion-Konzerten unterwegs. Jedenfalls eine Band, die sich so nennt, aber nur zu 3/5 aus Originalmitgliedern besteht. Das ist an sich nicht so tragisch, da ja viele klassische 80er-Jahre-Bands noch erfolgreich auf Tour sind, von denen auch nicht mehr viel übriggeblieben ist. Social Distortion sind ja seit zehn Jahren auch nur noch die Begleitband von Mike Ness. Dass viele Leute Anstoß an der Slime-Reunion nehmen, liegt nun nicht nur daran, dass die Band 1994 noch stets versicherte, sich auf jeden Fall endgültig auflösen zu wollen. Das große Problem wird nämlich sein, dass die neuen Slime schon seit geraumer Zeit eine Comeback-Platte angekündigt haben, von der nun Titel und Cover bekannt gegeben wurden.

Die Platte soll den Titel „Sich fügen heißt lügen“ tragen und auf ihr sollen Texte von Erich Mühsam vertont werden. Das ist soweit zwar unspektakulär, aber nicht schlimm. Die eigentliche Gefahr der aktuellen Reunion droht nämlich mit der Musik evident zu werden: Es fehlt nämlich der alte Schlagzeuger Stephan Mahler, der die Band seit jeher mit vielen der großartigen Melodien (und Texten) bereichert hatte, die auch das 1994er Abschiedsalbum „Schweineherbst“ so großartig gemacht hatten (nachdem man zuvor auf der 1992er Platte „Viva la Muerte“ im mittelmäßigen Metal-Rock herumgedümpelt war, auch wenn die Geschmäcker hier natürlich auch verschieden sind). Dass er nicht mehr dabei ist, hat wahrscheinlich ideelle Gründe, schließlich hat er sich seit Mitte der 90er nicht vom Punkrock verabschiedet, sondern in den 2000er Jahren noch für Hamburger Top-Bands wie Oma Hans oder Kommando Sonne-nmilch getrommelt. Anhand späterer halbherziger Quasi-Reunion-Versuche wie Rubberslime konnte man vermuten, dass Stephan Mahler immer derjenige war, der die Band in die musikalisch aggressivere Richtung gelenkt hatte. Und Elfs Vorliebe für rockigeren Punk à la Social Distortion in allen Ehren – wenn man das auf deutsch macht, muss man immer gut aufpassen, dass man nicht schnell in einen üblen Altherrenrock-Sound abdriftet.

Nun will ich die neue Platte natürlich nicht vorverurteilen, sondern den 15. Juni abwarten, an dem sie erscheinen soll (interessanterweise beim mittlerweile zu EMI gehörenden Label I Used to Fuck People Like You in Prison Records, das ja auch eher für englischsprachigen Rock’n’Roll und Rockabilly bekannt ist). Aber die nun erschienene Presseinfo und insbesondere das Pressefoto stimmen mich eher skeptisch:

„Slime“ 2012

Nicht nur, dass die Gruppe hier in meinen Augen irgendwie wie ein Haufen Proleten aussieht (da war mir Elfs Metal-Mähne von damals sympathischer); der Infotext wirkt irgendwie völlig unangebracht mit Formulierungen wie „Slime – des Bürgers Alptraum sind zurück“ oder „der Mann singt wie ein Fussballstadion [sic]!“ in Bezug auf den Sänger Dirk. Auch folgender Satz ließ mich eher schmunzeln:

„Sich fügen heisst [sic] lügen“ ist das Ergebnis und eine Antwort auf eine Welt ausser [sic] Rand und Band, ein klärender Faustschlag im diffusen «Occupy»-Zeitalter.

Aber das alles muss natürlich noch gar nichts heißen. Die „Legende“ um Slime haben sie zwar für mich zerstört, aber ich bin trotzdem neugierig und würde mittlerweile sogar sehr gerne ein gelungenes neues Slime-Album hören (auch wenn die Erwartungen heutzutage natürlich denkbar hoch sind). Denn auch Anfang der 90er machten einzelne Bandmitglieder einen prolligen Eindruck (ich sag nur Vokuhila), und „Schweineherbst“ ist trotzdem immer noch eine meiner Lieblings-Punkplatten der 90er. Hoffen wir also das Beste!

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Eingeordnet unter Musik

World Business Dialogue 2012

Lassen teure Autos Ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen und es regt sich auch untenrum etwas bei Ihnen, wenn für Sie die Aussicht auf nutzlose Statussymbole besteht?

Teure Autos an der Uni

Dann studieren Sie Wirtschaftswissenschaften an der Universität zu Köln und treffen sich mit Gleichgesinnten beim „World Business Dialogue“ zum Gruppen… äh, …diskutieren!

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Eingeordnet unter Richtiges Leben, Wissenschaft

Wetten dass

Jetzt ist es offiziell: Markus Lanz wird Nachfolger von Wolfgang Lippert!

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Bad Religion – The Process of Belief (2002)

Wenn man älter wird, vergeht die Zeit immer schneller, und daher habe ich die Tage erstaunt festgestellt, dass es nun schon zehn Jahre her ist, dass Bad Religion ihr „Comeback“-Album „The Process of Belief“ herausbrachten. Genauer gesagt erschien die Platte hierzulande am 21. Januar 2002, von daher bin ich ein bisschen spät dran.

Nun kann man natürlich geteilter Meinung sein gegenüber Bad Religion; viele finden sie zu eintönig oder zu poppig, aber ich mag die Band und ihr Händchen für eingängige Melodien sehr und „The Process of Belief“ hat auch erheblich dazu beigetragen. Ende der 90er war es nämlich zugegebenermaßen ziemlich schwer, ein Fan der Band zu bleiben, und wer die Bandgeschichte zumindest am Rande wahrgenommen hat, weiß natürlich warum. Nach dem großartigen 1994er Album „Stranger than Fiction“, für das man zum Major-Label gewechselt war (Atlantic Records/Warner in Amerika, Sony in Europa), verließ Gitarrist und Epitaph-Records-Besitzer Brett Gurewitz die Band im Streit. Er und Sänger Greg Graffin waren immer die Hauptsongschreiber gewesen, praktisch die Lennon/McCartney des kalifornischen Punkrock. In der Folgezeit gewann man zwar mit Brian Baker einen äußerst erfahrenen und fähigen Ersatzgitarristen (bekannt unter anderem von Minor Threat und Dag Nasty), aber das Songwriting blieb jetzt praktisch alleine an Greg Graffin hängen, der mit dieser Aufgabe zunehmend überfordert war. Zwar ist das 1996er Album „The Gray Race“ meiner Meinung nach auch noch top, aber mit den nächsten Platten „No Substance“ von 1998 sowie „The New America“ von 2000 ging es für Bad Religion steil bergab, und man verkam zur routinierten, langsamen und mittelmäßigen Rockband, zu der man eigentlich nur noch hinging, weil man live an den alten Klassikern interessiert war.

Und auch wenn laut Bassist Jay Bentley die Band damals knapp davor stand, sich aufzulösen, ist es ein Glücksfall, dass sie es nicht getan haben, denn kurze Zeit später überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Nachdem sich Brett Gurewitz wieder an die Band angenähert hatte (und sogar wieder einen Song zu „The New America“ beigetragen hatte), stieg er wieder offiziell bei Bad Religion ein (als dritter Gitarrist); der alte Plattenvertrag von Bad Religion war ausgelaufen und man wechselte wieder zu Epitaph Records; und was nicht ganz so erfreulich war: Schlagzeuger Bobby Schayer musste wegen einer Schulterverletzung mit dem Trommeln aufhören, für ihn kam allerdings der unglaublich gute Brooks Wackerman in die Band. Derart präpariert ging man 2001 mit neuen, wieder gemeinsam geschriebenen Songs ins Studio und nahm das sehr sehr gute „Comeback“-Album „The Process of Belief“ auf, von dem ich hier ja rede.

Von Langeweile war nun nichts mehr zu spüren, und um allen zu beweisen, dass man es noch drauf hat, zog man das Tempo stark an und bretterte fast so schnell wie auf „No Control“ durch die Songs. Die drei ersten Songs sind schon nach vier Minuten vorbei, und auch die längeren Songs wirken nicht mehr so Altherrenrock-mäßig wie zuvor, „Epiphany“ ist sogar ein richtiger Hit, und es ist erstaunlich, dass Greg Graffin im Beisein von Brett plötzlich um Welten bessere Songs schreiben konnte als auf den zwei vergangenen Platten. Das hinreichend bekannte „Sorrow“ halte ich noch nicht mal für einen der besten Songs, denn Knaller wie „Supersonic“ oder „Kyoto Now!“ sind noch mitreißender und kommen auch live gut rüber.

Mittlerweile – erstaunlich, wie gesagt, wie schnell die Zeit vergeht – ist das „neue“ Bad-Religion-Lineup in der Bandgeschichte sogar das am längsten stabile, und seit 2002 konnte die Band auf dem gleichen hohen Niveau weitere gute Platten raushauen, zum Beispiel das politisch deutlichere Nachfolgewerk „The Empire Strikes First“ (2004), und damit die „finstere Zeit“ Ende der 90er vergessen machen. Und auch wenn die Qualität der Platten natürlich insgesamt immer schwankt, von etwas besseren Platten wie „New Maps of Hell“ (2007) bis zu etwas schwächeren Platten wie „The Dissent of Man“ (2010), sind Bad Religion heute (meiner Meinung nach) meilenweit entfernt von Alte-Leute-Punk wie den Toten Hosen, denn weil sie immer noch genug Hits raushauen können, kann ich mich nach wie vor auf jedes neue Album freuen.

Überzeugen Sie sich selbst:

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Germany’s Next Topmodel

Und noch eine Sendung, die ich mir ausschließlich anschaue, um die Welt mehr zu hassen: „Germany’s Next Topmodel (bei Heidi Klum)“. Die Kandidatinnen durften für die heutige Sendung also nach Thailand fliegen, was ja schon zu genug Witzen einlädt. Jedenfalls wird natürlich ein „Phoudou-Schudding“ am Strand veranstaltet. Eine der Bewerberinnen wird, nachdem sie an der Reihe war, von der unerträglichen Heidi Klum kurz beiseite genommen und gefragt, ob sie ihren Mund zur Abwechslung auch mal zumachen könne (wäre ja auch nicht schön, wenn der ganze Sand vollgeschäumt wird). Allerdings fügt die Klum hinzu, dass dieser demente Blick in ihrem „Beruf“ auch äußerst gefragt sei: „Als Models bekommen wir ja oft gesagt: ‚Mach den Mund auf!‘“ Und ich glaube, dass sie hiermit den Nagel auf den Kopf getroffen hat, was den wahren Unterschied zwischen einem nur mäßig minderbemittelten Mädchen und einem „Topmodel“ ausmacht.

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